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Unsere Philosophie

Als Besitzer des Circus möchten wir Ihnen an dieser Stelle gerne unsere Philosophie vorstellen und Ihnen erzählen, welche Gedanken uns jeden Tag inspirieren.

Wir sind fünf Partner, die alle tagtäglich im Unternehmen arbeiten. Es gibt also weder stille Teilhaber, noch externe Investoren – eine Tatsache, die für unser Konzept wesentlich ist, denn wir wollen selbst entscheiden, autonom sein und eigenverantwortlich arbeiten. Autonom – d. h. wir können immer die Entscheidung treffen, die am besten ist, für uns, unsere Mitarbeiter, unsere Gäste und unser Umfeld. Eigenverantwortung – d. h. wir sind immer verantwortlich für uns und unsere Gäste, mit denen wir stets in direktem Kontakt stehen. Dies ist essentiell, denn unserer Meinung nach ist es genau der Bruch zwischen „Anbieter“ und „Kunde“, die Kluft zwischen „Produzent“ und „Konsument“, die in jeder unternehmerischen Konstellation einen Verlust von Verantwortlichkeit mit sich bringen – und es ist dieser Verlust, den wir als einen der größten Missstände in der modernen Wirtschaft sehen.

Wenn Sie nun ein bisschen mehr über unsere Philosophie lesen, werden Sie sehen, dass unsere Autonomie und Verantwortlichkeit auf einem wesentlichen Gefühl von Respekt basieren: Respekt für die Wünsche unserer Gäste, Respekt für die Individualität unserer Mitarbeiter und natürlich Respekt für unsere Partner, Nachbarn und die Gesellschaft im Allgemeinen.

So ist die Circus-Philosophie im Kern eine simple: wir wollen Gäste in unserer Stadt so empfangen, wie wir selber gern empfangen werden, wenn wir in der Welt unterwegs sind. Wir sehen Reisen dabei vor allem als soziale Aktivität, als eine Form von Kommunikation, von der beide Partner – Gast und Gastgeber – gleichermaßen profitieren, indem neue Freundschaften entstehen, Erfahrungen ausgetauscht werden und Anderssein erlebt wird. Eigene Reiseerfahrungen waren auch die Inspirationsquelle für unser erstes Haus, das 1997 eröffnete Circus Hostel, und es sind weiterhin unsere Reisen, aus denen wir Anregungen, Ideen und Motivation schöpfen: wir schlafen in unzähligen Hotels, Hostels, Gästehäusern und Pensionen, machen sowohl gute als auch schlechte Erfahrungen. Dabei lehrt uns jede Erfahrung, was es bedeutet, als Fremder in unbekannter Umgebung zu reisen und welch unschätzbaren Einfluss ein gastfreundlicher Empfang und die Qualität der Unterkunft auf das gesamte Reiseerlebnis haben.

Doch bevor wir Ihnen mehr erzählen über unsere Reiseerfahrungen, die tägliche Arbeit im Circus und unsere ganz eigene Philosophie von Gastfreundschaft, möchten wir zunächst ein paar Gedanken zum Tourismus im Allgemeinen äußern.

Kein weg Zurueck

Das Reisen zum reinen Vergnügen hat sich seit dem Ende des 19. Jahrhunderts entwickelt und die Hotels dieser Ära wurden entworfen für die extrem wohlhabenden Gewinner der industriellen Revolution. Als solche waren sie Projektionsfläche für die Ideen des aristokratischen Luxus, sichtbar quasi in jedem Element des Hotels: von der Architektur des Gebäudes, über das Design des Empfangs oder die Möblage für die Zimmer, bis hin zu den Uniformen des Personals und dessen erwarteter Haltung gegenüber dem Gast. Nach dem zweiten Weltkrieg, mit der Öffnung des Tourismus für die Mittelklasse, hatte dieses Modell in Ermangelung neuer Konzepte nach wie vor Bestand und bis heute finden sich unzählige 2- und 3-Sterne-Etablissements, in der entfernte Echos dieser Epoche nachhallen. Es bleibt festzustellen, dass diese Standards in längst vergangenen Zeiten gesetzt wurden und die Welt sich seitdem grundlegend geändert hat.

Bei der Konzeption von Hostel, Hotel und Apartmenthaus war es uns daher immer wichtig, eine neue Idee von Gastfreundschaft zu kreieren, die den heutigen Ansprüchen gerecht wird – und die, so war uns klar, mit vielen der alten Traditionen brechen würde. Was mal war, ist nicht wichtig. Wichtig ist vielmehr, ein Konzept für die Realitäten des 21. Jahrhunderts zu entwickeln, in dem wir nicht nur bewusst auf die Bedürfnisse von uns und unseren Gästen eingehen, sondern auch die Konsequenzen für unsere Umwelt und die Gesellschaft im Allgemeinen berücksichtigen.

„Wir haben das doch schon immer so gemacht!”, ist keine überzeugende Antwort auf die Frage „warum tust du, was du tust?”.

Fragen und Hinterfragen halten wir für wesentlich – dabei hilft uns die Tatsache, dass keiner der fünf Gesellschafter oder des Managementteams eine hotel- oder tourismusspezifische Ausbildung oder Qualifikation absolviert hat. Frei von allen Dogmen, Lehrsätzen und traditionsbasierter „Weisheit” suchen wir immer die Lösung, die nichts außer Acht lässt, die auch Kleinigkeiten einbezieht. Wir probieren aus, machen Fehler und lernen unsere eigenen Lehren – hierin liegt einer der Hauptgründe für den konstanten Erfolg der Circus-Philosophie.

Willkommen im 21. Jahrhundert

In den drei Circus-Häusern können 440 Gäste wohnen – in Zimmern so unterschiedlich wie die Gäste selbst: es gibt Mehrbettzimmer und Design-Apartments, Einzelzimmer und Junior Suiten, für jeden Wunsch und Geschmack gibt es das richtige Bett. Doch was verbindet das Ganze zu einer Einheit, wie gehören Hostel, Hotel und Apartmenthaus zusammen?

Der rote Faden, der unsere Häuser verknüpft, ist unsere Philosophie, die auf einem hohen Serviceanspruch und einem aktiven Miteinander basiert. Dabei liegen die Unterschiede nur in räumlichen Gegebenheiten und der Ausstattung der Zimmer: manche wünschen getrennte Schlafzimmer mit Küche, andere teilen sich gern ein Zimmer mit anderen, ein günstiges Hostelbett im Mehrbettzimmer kostet weniger, als ein großzügiges voll ausgestattetes Apartment. Doch egal, für welches Bett man sich entscheidet, eine Erfahrung ist all unseren Gästen gemeinsam: sie alle erleben unser hochwertiges Serviceangebot und ein aktives soziales Miteinander – für uns Schlüsselelemente eines positiven Reiseerlebnisses.

So entstanden all unsere Häuser mit dem Ziel, einen Ort zu schaffen, an dem jeder Gast ein warmes Zuhause in einem komfortablen und sauberen Umfeld finden kann. Einen Ort, in dem jeder selbst entscheiden kann, wie viel Platz, Rückzug, Komfort oder soziale Interaktion er sich wünscht. Einen Raum, wo Service und Gastfreundschaft nicht durch Alter oder den Inhalt der Brieftasche definiert sind.

Damit wenden wir uns auch hier von den Regeln der klassischen Hotellerie ab, die Status und Reichtum als Maßstäbe für Service und soziale Interaktivität setzt. Solche Verhaltens- und Kommunikationsregeln vermeiden wir unbedingt in unserem Privatleben und in unserem Unternehmen wollen wir davon nicht abweichen, denn Reisen sehen wir immer als soziale Aktivität, als ein gleichberechtigtes Zusammenkommen von Menschen. So sind unsere Gemeinschaftsflächen – die Lobbies, Cafés, Restaurant und Bar – entscheidend für die offene Atmosphäre in unseren Häusern. Doch nicht nur für unsere Gäste, auch für die Beziehung zwischen Mitarbeitern und Gästen ist dieses Prinzip entscheidend und auch hier müssen wir uns wieder bewusst abwenden von den Prinzipien der traditionellen Hotellerie.

Wie reden wir miteinander?

Im Circus kommunizieren Gäste und Mitarbeiter auf einer gemeinsamen Ebene, die auf gegenseitigem Respekt basiert. Die ehemals aristokratische Herr-und-Diener-Konstellation, die im traditionellen Hotelwesen immer noch das Miteinander diktiert, lehnen wir ab, denn diese ist weit entfernt von der kommunikativen Realität in unserer modernen Gesellschaft.

Außerdem sehen wir uns als Gastgeber verantwortlich für unsere Gäste, die weit weg von Zuhause in einem fremden Land jede Orientierungshilfe dankbar annehmen und sich über jede Empfehlung und Information freuen. So helfen wir unseren Gästen in jedem erdenklichen Weg und ermuntern sie, auch untereinander neue und alte Erfahrungen zu teilen, weiterzugeben, auszutauschen. Unsere Antworten sind dabei immer individuell, denn kein Mensch ist gleich – wir respektieren jeden Gast als Individuum, gehen auf jede Frage persönlich ein und lehnen vorgefertigte Kommunikationsmodelle und einstudierte Phrasen ab.

Unser Kommunikationsanspruch ist gleichzeitig das wichtigste Kriterium bei der Mitarbeiterauswahl: Ausbildung und Qualifikationen sind nur zweitranging, denn das Fachwissen kann gelernt werden, nicht jedoch die sozialen Fähigkeiten: eine offene, freundliche und warme Kommunikationsfähigkeit ist die wesentliche Voraussetzung für unsere Arbeit, denn nur wer sich für andere Menschen interessiert und sich mit ihnen austauschen möchte, kann diesen Job von Herzen machen. Daher stellen wir Mitarbeiter ein, die sich jeden Tag darauf freuen, mit Menschen aus aller Welt in Kontakt zu kommen und neue Freundschaften zu schließen. Menschenliebe ist die Grundlage von wahrer Gastfreundschaft und für uns die einzige Qualifikation, die unsere Mitarbeiter brauchen!

"Es ist Dienstag... wir muessen also in Berlin sein.."

Solche Sätze hört man nicht selten, wenn Reisende zu viel auf einmal sehen wollen und möglichst viele Länder und Städte auf einer ehrgeizigen Liste abhaken müssen. Nun ist es schon schlimm genug, wenn man bei all der Eile nicht mehr sicher ist, wo man sich gerade aufhält, doch wenn nun auch noch alle Hotels gleich aussehen, weil sie zur selben internationalen Kette gehören, dann hat man endgültig den ursprünglichen Sinn einer Reise verfehlt – denn was verbindet einen noch mit der wirklichen Welt draußen, außer vielleicht die unterschiedlichen Postkartenmotive in den Verkaufsständern an der Rezeption?

Diese Verbindung zum Ort, die Verortung und der Standort sind uns sehr wichtig. Als wir die Locations für unser Hostel und dann später für Hotel und Apartmenthaus suchten, wollten wir unbedingt an einen Ort direkt im Herzen Berlins, um unseren Gästen während ihres Aufenthalts das Gefühl zu vermitteln, Teil der Stadt zu sein, mitten in ihr zu leben. Diese Verbindung zur Stadt zeigt sich auch im Design unserer Häuser, die maßgeblich von Künstlern und Designern gestaltet wurden, die selber in Berlin leben und so das kreative Potenzial der Stadt in unsere Räume transportieren konnten.

„Unter Berlinern leben“ heißt unser Motto, denn wir ermutigen unsere Gäste außerdem, die Nachbarschaft kennenzulernen und die Angebote im Kiez auszuprobieren. So empfehlen wir lieber das Schwimmbad um die Ecke und das Fitnessstudio gegenüber, als solche Einrichtungen in unsere eigene Fläche zu integrieren, wo die Gäste wieder nur „unter sich“ wären. Auch hier unterscheiden wir uns von den klassischen Hotels, deren Ausstattung nämlich genau darauf ausgelegt ist: den Gästen ihre eigene Welt zu bieten – ursprünglich vielleicht mit gutem Grund, gab es doch früher nicht unbedingt solch vielfältige Angebote im Umfeld eines Hotels. Doch dem ist nicht mehr so und heutzutage reist niemand mehr, um sich von der Welt abzuschotten, sondern um diese auf eigene Faust selber zu erkunden.

Die welt gehoert nicht uns allein

Respekt und Verantwortung für unsere Umwelt liegen uns am Herzen – ein wesentlicher Teil unserer Philosophie beschäftigt sich daher mit dem Thema „Nachhaltigkeit“, d. h. wir hinterfragen die Auswirkungen unseres Handels, seien sie positiv oder negativ. Über unseren Maßnahmenkatalog zu Nachhaltigkeit und Ökologie können Sie an anderer Stelle noch mehr lesen, zusammenfassend können wir jedoch sagen, dass Nachhaltigkeit für uns vor allem eins bedeutet: Verantwortung für unsere Kollegen und Mitarbeiter, für unsere Gäste, unsere Nachbarschaft und für unsere Gesellschaft im Allgemeinen.

Und auch dies führt uns wieder zurück zum Thema der klassischen Hotellerie und zu unserem Weg jenseits der traditionellen Pfade – denn Nachhaltigkeit verlangt Konsequenz in allen Bereichen. So gehören zum traditionellen Standard viele Service-Angebote, die mit einem umfassenden Nachhaltigkeitskonzept wie dem unseren nicht vereinbar sind: überladene verschwenderische Buffets, Minibars in jedem Zimmer, Klimaanlagen mit unglaublichem Stromverbrauch zu jeder Tages- und Nachtzeit, riesige Wäscheberge durch tägliche Handtuch- und Wäschewechsel und vieles mehr. Der standardisierte Tourist erwartet all dieses und findet es normal, doch wir fragen uns: „Wie kann man das anders machen?“ Unser Konzept hinterfragt daher die klassischen Ausstattungsmerkmale und konzentriert sich auf das Wesentliche, nämlich Müll zu vermeiden, Energie zu sparen und den Wertestandard eher auf persönliche oder soziale Aspekte zu konzentrieren – das ist wahrer Luxus in unseren Augen! So sind wir stolz, unserem Gast genau das zu bieten: eine hochwertige Ausstattung und ein anspruchsvolles Servicekonzept verbunden mit einer fairen Preisstruktur, die transparent ist und ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis garantiert.